Stammeswappen Stamm Greiffenclau

Stamm Greiffenclau

Bericht: 1. Teil Haundorf

Wölflinge
31.07.2004

Samstag, 31.07.2004

Um 10 Uhr trafen wir uns am Busbahnhof. Nachdem alle pünktlich angekommen waren überbrückten wir die Zeit bis der Zug kam auf der Wiese vor dem Bahnhof. Zuerst stellten wir uns kurz gegenseitig vor, bzw. die Kinder nannten pinokio (Kilian) und geronimo (Gerhard) ihre Namen. Daraufhin kletterten einige auf die Bäume, einige nahmen Kilian in Beschlag, obwohl vorher ausdrücklich darauf hingewiesen wurde, Kilian pfleglich zu behandeln. Der Rest ruhte sich aus, in weiser Voraussicht, was kommen sollte.
Dann war es endlich soweit. Sieben Kinder und zwei Leiter machten sich mit dem Zug auf den Weg Richtung Muhr am See. Lukas und Maxi fuhren bei carlson (Maddin) im Bus mit, weil carlson sich mit der Anzahl der Kinder verrechnet hatte und beim Bayern Ticket nur 5 pro Ticket mitfahren dürfen.
Im Zug war schon das erste große Ereignis: nachdem die ganze Gruppe die Waggons durchlaufen hatten, fanden sie ihren Platz direkt vor dem Führerhaus. Als die Schaffnerin kam fragte sie die Kinder ob sie mal in die Lokomotiv Kabine schauen wollen. Natürlich waren sie damit einverstanden. Ca. eineinhalb Stunden später war das Ziel, der Bahnhof in Muhr am See erreicht. Jetzt noch eine Stunde laufen und See und Platz waren erreicht.
Dort hieß es erst mal Platz und Gelände erkunden, sowie den heimischen Fröschen ein Zuhause in Gertränkepulverdosen oder eigenen Tellern zu geben.
Was natürlich Pflicht auf jedem Lager ist, ist der Aufbau. Also Gepäck raus aus dem Auto und ans knüpfen machen. Mit vereinten Kräften standen zwei Stunden später zwei Kothen und eine Jurte. carlson machte sich dann auf den Weg um für den morgigen Sonntag noch Hähnchenstücke einzukaufen. Um den tiefgefrorenen Hähnchenschenkel ein neues Zuhause zu geben klingelte ich bei einem beliebigen Haus und bat sie unser Essen weiter zu kühlen. Nach anfänglicher Unfreundlichkeit schaffte sich Platz im Gefrierschrank. Wieder am Platz angekommen stellten wir fest, dass wir für unser Chili keine Zwiebeln dabei hatten. Also machten sich geronimo mit drei Kindern auf den Weg um Zwiebeln zu „erbetteln“. Nach nicht all zu kurzer Zeit kam plötzlich ein Auto. Heraus kamen, bereits genannte Personen, und... der nette Herr der für uns die Hähnchen eingefroren hatte. Das war der Beginn einer wunderbaren Freundschaft im laufe des restlichen Lagers. Schließlich hatten wir nicht nur Zwiebeln, sondern auch noch jede Menge Holz, das er uns freundlicherweise gleich noch mitgebracht hatte.
Inzwischen war es spät geworden. Deshalb schürten wir unseren Herd an und kochten unser Chili con Carne. In der Dämmerung spülten wir noch schnell ab und begaben uns zeitig in die Schlafsäcke.

Sonntag, 01.08.2004

Schon um 8.00 Uhr standen wir auf, weil wir den Gottesdienst besuchen wollten. Nichtsdestotrotz frühstückten wir ausgiebig. Auf dem Weg zur Kirche mussten wir unser erstes Problem lösen. Lukas hatte nämlich Nutellaflecken am Rücken!!!!! Da wir schon kurz vor der Kirche waren, konnte er nun nicht mehr zurück um das T-Shirt zu wechseln. Einfach die Vorderseite zur Rückseite machen, wollte er nicht. Das T-Shirt wenden (von rechts nach links ) wollte er eigentlich auch nicht. Kurz vor der Kirche kam er dann plötzlich und bat mich das Schild abzuschneiden. Flecken weg, Problem gelöst.
Nach der Kirche holten wir uns die Hähnchenstücke ab. Beim Zurücklaufen kamen wir noch bei einem Fischteich vorbei. Dort hängten wir unsere Füße rein und ließen uns von hunderten kleinen Fischen den Dreck abknabbern. Danach badeten wir erst einmal in aller Ruhe. Nach einem ausgiebigen Sonnenbad, machten wir uns ans Abendessen. Nach alter Indianischer Art schürten ein großes Feuer um eine schöne Glut zu bekommen. Eingepackt in Alu Folie ließen wir die Hähnchenschenkel braten.
Da kamen zwei Männer vorbei geradelt – mit einem Pferd im Anhang. Und weil die beiden nicht allein baden wollten, nahmen sie ihr Pferd mit in den See. Nach einer Weile, unser Essen war schon fast gar, kam Plötzlich das Pferd um die Ecke gallopiert. Allerdings ohne Reiter sondern mit einem total verbeulten Fahrrad an einem Seil. Plötzlich herrschte große Aufregung im Lager, weil alle dachten, dass der Fahrradfahrer irgendwo verletzt rumliegen würde. Also schnappten wir unseren Erste- Hilfe Koffer, in Erwartung jemanden zu versorgen. Die ganze Gruppe rannte in die entgegengesetzte Richtung aus der das Pferd kam. An der ersten Kreuzung angekommen mussten wir unser Spurenleser Können aufbieten um den weiten Weg des Pferdes zurück zu verfolgen. Und schon fanden wir das erste Fahrradteil. Übles schwante uns, doch wir hetzten weiter. Immer wieder fanden wir Teile des Fahrrads. Nach einer viertel Stunde ununterbrochen Rennens konnten die ersten Kinder nicht mehr. Glücklicherweise stellte sich am Ende heraus, dass weder auf dem Pferd als auch auf dem Fahrrad jemand saß.
Wieder an unserem Platz angekommen, verspeisten wir unsere leckeren Hähnchestücke mit halb garen Kartoffeln und Kräuterquark. Nach alter Römermanier nahmen wir nur unsere Hände dazu. Genug war passiert, als dass wir noch etwas unternehmen konnten. Deshalb legten wir uns zeitig schlafen.

Montag, 02.08.2004

Zeitig stiegen wir aus den Schlafsäcken, denn ein ereignisreicher Tag stand uns bevor. Zuerst war da das Römer Geländespiel. Drei Gruppen kämpften um den Sieg. Die Kinder mussten mit dem Mund Zitronenstückchen aus einem Topf fischen, Zehn Sachen in fünf Minuten aus dem Wald holen, „verpanschtes“ Getreide säubern (Erbsen von Linsen trennen), Aquedukt spielen , römische Fragen beantworten, römisch Rechnen... Am Schluss gab es zwei erste und einen zweiten Platz. Gerhard plagten zum ersten Mal Schwindel und er überbot mit seiner Körpertemperatur die Außentemperatur wahrscheinlich um Längen. Aber viel Wasser konnte das Ganze wieder ausgleichen.
Dann ging das große Packen los. Was ist wichtig für den nächsten Tag und was nicht?? Kurzerhand räumten wir alles raus, bis auf den Schlafsack, die Isomatte und das Zahnputzzeug. Nachdem alles im Bus verstaut war, die Mägen gefüllt waren, verließen wir unseren Zeltplatz und begaben uns auf eine ungewisse Reise. Wir wussten nicht wohin wir liefen, wir wussten nicht wo wir übernachten sollten.

Maddin
© Stamm Greiffenclau 2002 - 2017